l o s l a s s e n
22 juni 2026 mainz, de
zu den befreiendsten erkenntnissen der letzten jahre gehört für mich, dass die meinungen anderer menschen mich nicht definieren und trotzdem ist das etwas, das ich bis heute lerne.
gerade jetzt, während ich farbenflow mit der welt teile. etwas so persönliches online und offline sichtbar zu machen, meiner intuition, meiner kreativität und meinen träumen zu folgen, bedeutet ganz automatisch auch, gesehen zu werden und unterschiedlichen meinungen zu begegnen.
vielleicht ist genau dieser text ein teil davon. ein kleines loslassen.
lange zeit hatte ich große angst davor, bewertet, missverstanden oder abgelehnt zu werden. besonders in sozialen situationen hat diese angst viele meiner entscheidungen beeinflusst.
gleichzeitig haben mich schon immer menschen inspiriert, die ihre individualität vollkommen gelebt haben. menschen, die keine angst davor hatten, anders zu sein. menschen, die sich frei ausgedrückt haben, ohne sich ständig danach zu richten, was andere von ihnen denken könnten.
irgendwie habe ich mich in der nähe solcher menschen immer besonders wohlgefühlt und vielleicht hat mich genau das so fasziniert, weil ich mich tief in mir selbst schon immer ein kleines bisschen anders gefühlt habe.
die schulzeit war für mich nicht immer leicht. heute bin ich für viele dieser erfahrungen dankbar, weil sie mir schon früh etwas sehr wertvolles beigebracht haben: gerne zeit mit mir selbst zu verbringen, unabhängig zu sein, mich selbst halten zu können und die verbindung zu mir in mir selbst zu finden.
mit der zeit habe ich verstanden, dass mich nicht jeder verstehen wird. dass mich nicht jeder mögen wird, dass sich nicht jeder mit meiner art zu leben verbunden fühlen wird und auch wenn ein teil von mir das manchmal noch immer schwer findet, spüre ich gleichzeitig immer mehr frieden damit.
ich versuche immer weniger, von allen gemocht zu werden.
ich passe mich weniger an als früher und ich schäme mich immer seltener für meine bedürfnisse, vorlieben und all die dinge, die mich zu dem menschen machen, der ich bin.
nicht, weil ich das bereits vollkommen gelernt habe. sondern weil ich langsam verstehe, dass es nie das ziel war, von allen verstanden zu werden.
denn wenn mich jemand für den menschen, der ich wirklich bin, nicht mag, dann sind unsere wege vielleicht einfach nicht dafür bestimmt, gemeinsam weiterzugehen.
und vielleicht ist genau das vollkommen in ordnung.
ich lerne außerdem, dass ich alleine sein kann, ohne einsam zu sein. dass ich mich selbst durch unsicherheit tragen kann. und dass ich umso mehr die menschen anziehe, die wirklich zu mir passen, je ehrlicher ich mich zeige.
das leben wird ein kleines bisschen leichter, wenn wir aufhören, allen gefallen zu wollen und uns erlauben, genauso viel raum einzunehmen, wie wir sind.
die richtigen menschen uns nicht trotz unserer individualität lieben.
sondern genau ihretwegen.