t a g e i n s i n u b u d
17 september 2025                                                                                                                   ubud, bali
ich erinnere mich noch genau an den morgen, an dem ich zum ersten mal in ubud auf bali aufgewacht bin.

direkt nach dem aufwachen öffnete ich die vorhänge meines kleinen holzzimmers, kroch noch einmal zurück ins bett und blickte auf palmen, bananenpflanzen und den dschungel vor meinem fenster. in diesem moment wusste ich, dass ich genau dort war, wo ich sein sollte. und irgendwie hatte ich sofort das gefühl, dass ich mich in diesen ort verlieben würde.

von diesem augenblick an fühlte sich bali ein kleines bisschen wie zuhause an. wie ankommen. und dieses gefühl trage ich bis heute in mir.

...

doch eigentlich beginnt die geschichte schon am abend davor.

nach einer langen reise von deutschland nach bali war ich endlich angekommen. mein nervensystem war völlig erschöpft. ich trug all die abschiede und die trauer in mir, gleichzeitig aber auch die vorfreude auf alles, was vor mir lag.

als ich nach einer nacht im flugzeug in meinem kleinen holzzimmer im zentrum von ubud ankam, fühlte ich mich plötzlich unglaublich allein. draußen regnete es in strömen. es war bereits dunkel. diese art von dunkelheit, in der man kaum erkennt, was nur wenige meter entfernt ist. ich bestellte über meinen host ein curry mit tempeh und ein stück karottenkuchen aufs zimmer. vielleicht, dachte ich, würde sich dadurch alles ein kleines bisschen leichter anfühlen.

tief in mir wusste ich, dass diese reise wunderschön werden und mein leben verändern würde. ich hatte von anfang an vertrauen. gleichzeitig hatte ich großen respekt vor allem, was vor mir lag.

an diesem abend schrieb ich in mein journal:

„nach einer 28-stündigen reise, ohne viel schlaf, ohne viel essen, dafür mit umso mehr tränen, bin ich angekommen in ubud, in der Dunkelheit und bei regen. jetzt liege ich hier in meinem ersten air b and b bei dito's guesthouse und bin am weinen. ich fühle mich wie damals, als ich so schlimmes Heimweh an der Nordsee oder in sternerdig hatte. ich weiß, dass ich gerade auch völlig am ende bin körperlich, dennoch macht es mir zu schaffen. ich fühle mich überfordert und einsam. aber ich wollte es so. ich habe es so entschieden, und auf mich warten wundervolle Abenteuer. ich brauche nur etwas zeit, um mich an die neue Umgebung und an den jetlag zu gewöhnen. aus diesem Grund schlaf ich mich jetzt aus, denn morgen ist ein neuer tag. bis dahin vertiefe ich mein mantra. ich bin offen für neues und ich vertraue dem weg.“

am nächsten morgen wachte ich nach fast zehn stunden schlaf auf, öffnete die vorhänge und blickte direkt in den dschungel.
ich legte mich noch einmal ins bett und beobachtete einfach die natur.

und ich spürte es sofort. dieser ort ist magisch und er wird mich verändern. ein ort, der mich prägen wird. ein ort, den ich tief in mein herz schließen und immer wieder besuchen werde.
an diesem morgen begann ich meinen tag mit frühstück, räucherstäbchen und einer langen journaling-session.

überwältigt vor dankbarkeit schrieb ich:

„Wahnsinn, was 10h schlaf alles mit einem machen können. jetzt sitze ich hier und könnte weinen aber nicht vor Vermissung, sondern vor dankbarkeit, dass ich hier an einem so wundervollen Ort sein kann, dass ich meine yoga-ausbildung vor mir liegen habe die unglaublich wird, dass ich meinem Körper und meiner Seele etwas gutes tue, dass ich mir das alles selbst ausgesucht habe und solange davon geträumt habe. heute morgen wurde es das erste mal so richtig real. ich habe den Vorhang von meinem Fenster aufgemacht und konnte auf diesen wunderschönen Balkon mit blick auf den Dschungel schauen und war überwältigt. überwältigt davon hier zu sein und eine solche reise vor mir zu haben. ich war voller Dankbarkeit, motivation, Tatendrang, Inspiration und selbstliebe. ich habe mich genau richtig gefühlt, an den genau richtigen Ort.toll, dass ich sowas erleben kann.“

keine zwölf stunden zuvor hatte ich noch im selben zimmer gelegen und mich überfordert, einsam und erschöpft gefühlt.

und plötzlich fühlte sich alles anders an.

obwohl sich im außen nichts verändert hatte.

aber irgendwie war ich angekommen, in bali und in mir.